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„Bürgermeister ist die Busverbindung von Rulle über den Haster Berg offenbar egal“

Weiterhin Kritik an künftiger Streckenführung –

Verwaltung will von selbst ermitteltem Preisschild nichts mehr wissen

„Ich bin total entsetzt, wie hier mit uns umgegangen wird.“ Die Ruller CDW/W-Ratsfrau Marion Müssen reagiert empört auf neue Erkenntnisse über das Zustandekommen des künftigen Konzepts für den Busverkehr im Gemeindegebiet. Demnach habe die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Otto Steinkamp erst gar nicht versucht, die beliebte Busverbindung von Rulle über den Haster Berg nach Osnabrück zu erhalten. „Jetzt zeigt sich, dass dieses wichtige Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürgern dem Bürgermeister offenbar egal ist.“

Dass die Buslinie über den Haster Berg – zurückhaltend formuliert – keine große Priorität für die Gemeindeverwaltung hatte, zeigt jedenfalls die Antwort des dort zuständigen Fachbereichsleiters Rüdiger Mittmann auf eine Anfrage des Bürger-Echos mit welchen Zusatzkosten der Linienerhalt verbunden gewesen wäre. Wörtlich antwortet der Stellvertreter des Bürgermeisters wie folgt: „Da die Weiterführung der Linie über den Haster Berg für die Arge keine Option ist, sind keine Kosten ermittelt worden.“ 

Prokurist Philip Hummert von der Hummert Unternehmensgruppe hatte dazu im jüngsten Bürger-Echo erklärt, dass es in Vorgesprächen mit der Gemeinde sehr wohl auch ums Geld gegangen ist. So sei der Arge immer signalisiert worden, „dass die von uns entwickelte Lösung ohne den Haster Berg finanziell besser darstellbar ist.“ Auch die Ratsfrau Marion Müssen erinnert sich daran, dass der Bürgermeister noch im Dezember 2024 in verschiedenen Gesprächen auch Zahlen genannt hatte. „Herr Steinkamp hatte seinerzeit ein Preisschild für den Fall aufgerufen, dass es bei einer Verbindung von Rulle nach Haste bleibt.“ Umso verwunderlicher sei, dass die Gemeinde nun offenbar nichts mehr von ihren eigenen Berechnungen wissen wolle. 

Sicher ist, dass der Gemeinderat jüngst mehrheitlich einer Empfehlung der Gemeindeverwaltung zugestimmt hat, dass ab dem 1. November ein neues Streckennetz gelten soll, das von einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) der beiden Busunternehmen Hummert und Hülsmann erstellt worden ist. Die Gemeinde wird demnach bis 2035 pro Jahr mindestens 420.000 Euro an die Arge zahlen müssen. Zusätzlich wird der Busverkehr in Wallenhorst mit jährlich rund 4,5 Millionen Euro vom Landkreis Osnabrück bezuschusst. 

Nach Angaben von Rüdiger Mittmann wurden innerhalb der VOS Wallenhorst rund 1,62 Millionen Bus-Fahrgäste im Jahr 2024 gezählt. Bei einem Gesamtzuschuss in Höhe von knapp fünf Millionen Euro pro Jahr bedeutet das, dass die Steuerzahler jede einzelne VOS-Busfahrt im Gemeindegebiet und nach Osnabrück mit durchschnittlich etwas mehr als drei Euro subventionieren. 

Wie hoch die Einnahmen durch den Fahrkartenverkauf sind, bleibt seitens der Gemeinde Wallenhorst übrigens unbeantwortet. Rüdiger Mittmann schreibt dazu: „Darüber hat die Gemeinde Wallenhorst keine Kenntnis. Bitte wenden Sie sich an den Aufgabenträger des ÖPNV, das ist der Landkreis Osnabrück.“ Genau das hat das Bürger-Echo getan, hat aber bis zum Redaktionsschluss keine Antwort von der Kreisverwaltung bekommen. (H.)


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